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Terrochristen

John 15:13 Greater love hath no man than this, that a man lay down his life for his friends.
[deu]

So lautet die Su… ähm die Bibelstelle die sich die Hutaree ausgesucht haben um die Besucher ihrer Homepage willkommen zu heissen.
Hutaree noch nie gehört? Nun das ist nur eine von hunderten legaler und bewaffneter Milizgruppen im Weltpolizeistaat USA. Das besondere an dieser sind die christlichen Motive.

Da konnte nicht einmal die Springer Presse die Beine still halten. So heisst es bei welt.de:

Krieg gegen den Antichristen in Washington

Von Uwe Schmitt 31. März 2010, 04:00 Uhr

US-Bundespolizei FBI nimmt radikale Milizen fest – Schwer bewaffnete Gruppe plante offenbar Massenmord

Washington – Der Plan der „Hutaree“-Gotteskrieger war teuflisch simpel: Ermordet einen Polizisten, tötet Hunderte Polizisten, die zu seinem Begräbnis zusammenkommen, dann greift die Herrschaft des Antichristen in Washington an.

Hmm woher kennen wir nur diese Polemik?
Zu schade, daß bei diesem Artikel die Kommentarfunktion abgeschaltet war.

Das war aber gestern auch nicht alles. Auch wenn das die Meldung war die, die meisten Massenmedien noch aufgegriffen haben. Eine andere blieb größtenteils unerwähnt.
In einem weit entfernten Land (Kongo) machte gestern eine andere christliche Gruppe mal wieder Ernst.

Massaker an Zivilisten im Kongo

Washington/Kinshasa. (klh) Die Lord’s Resistance Army (LRA) ist gefürchtet und brutal, ständig verübt sie wahllose Massaker an Zivilisten. Nun wurde bekannt, dass die Rebellenarmee im Nordosten des Kongo wieder einmal grausam zugeschlagen hat. Die Organisation Human Rights Watch (HRW) veröffentlichte einen Bericht, wonach die LRA mindestens zehn Dörfer überfallen und dabei 321 Menschen getötet und weitere 250 entführt hat.

Die LRA ist nicht irgendwie neu. Sie existiert unter diversen Namen schon seit 1985 und ihre Ideologie basiert auf irgendwelchen christlich-esoterischem Bullshit. Bei Wiki heißt es dazu:

Bei ihrem Kampf vor allem gegen die Zivilbevölkerung geht die Lord’s Resistance Army mit solcher Brutalität vor, dass Jan Egeland, Vizegeneralsekretär für Humanitäre Angelegenheiten und Koordinator für Nothilfe (OCHA) der UNO, sie Anfang 2005 als die „wohl brutalste Rebellengruppe der Welt“ bezeichnete. Mitglieder der LRA plündern, morden, foltern und vergewaltigen praktisch wahllos in den nördlichen Regionen Ugandas. Kinder werden entführt, um sie teils als Kindersoldaten, teils als Sex-Sklaven zu missbrauchen.

Natürlich gab es zu beiden Events gestern nirgendwo einen Beitrag in unseren islamophoben Blogs auch wenn seit der Kritik an Pro NRW die Kirche im Ansehen bei der islamophoben Sekte stark gefallen ist würde man sich nie so tief bücken und behaupten, daß religiöse Gewalt auch in anderen Religionen möglich ist. Diese Einsicht würde ja die Grundmauern der Phobie erschüttern und könnte im schlimmsten Fall zu einem Therapieerfolg führen!!!
Wo ist nun die Aufklärung außerhalb der Massenmedien die uns die islamophoben immer versprechen? Hier outen sie sich mal wieder als das was sie sind. Ein Haufen Blender und Propagandisten die das wiederkäuen islamophober Propaganda als Aufklärung hinstellen.

Man mag uns hier nicht missverstehen. Wir wollen nicht damit vom islamistischen Terrorismus ablenken.
Diese Meldungen sollen jedoch zeigen, daß Religion allgemein ein Mittel zum Zweck sein kann wenn man weltliche Ziele verfolgt.
So ist es im Kongo wie in vielen anderen afrikanischen Ländern seit Jahrzehnten das postkoloniale Chaos, in den USA aktuell die rechte Teabegger Bewegung, in Russland ein Jahrhunderte bzw. in Israel ein Jahrzehnte alter Territorialkonflikt und im Nahen Osten der Widerstand gegen eine Besatzungsmacht.

All das bietet einen wunderbaren Nährboden für Extremisten aller Art. Religion ist da nur ein Werkzeug.

Dennoch ist es fahrlässig daraus zu schließen alle Moslems wären Terroristen nur weil Moslems in einem Teil der Welt ihre Religion dazu instrumentalisieren ein weltliches Problem mit Gewalt zu lösen.

Sind wir (Christen) etwa nun alle Terroristen weil die LRA in Afrika Menschen abschlachtet oder die Hutaree in den USA ähnliches geplant haben? Muss man jetzt christliche Kindertagesstätten schließen weil da potenzielle Hutaree ausgebildet werden? Es steht ja in der Bibel!

Dieses scheint vielen direkt als Bullshit aufzufallen. Warum wohl?
Wir haben uns inzwischen so sehr an die von den Massenmedien getragene Panik gegenüber der islamistischen Gefahr gewöhnt, daß einfach kein Platz mehr ist für andere Gefahren.
Eine ganze Bewegung ist diesem Brainwash entwachsen und diese denkt auch noch sie sei erleuchtet. Niemals würde diesen Menschen einfallen, daß die Gefahr morgens von der S-Bahn überfahren zu werden größer ist als Opfer eines islamistischen Attentats zu werden. Täglich werden Berichte aus aller Welt gesammelt um es in die Gefahr um die Ecke umzudeuten. Wie lange wird es dauern bis die ersten aus ihrer Angst heraus auch handeln?

Nun in Deutschland wird das wahrscheinlich nie passieren da die islamophobe Sekte hier eher ein Internetphänomen ist und der kümmerliche Rest der sich schamlos der Öffentlichkeit zeigt eher peinlich als gefährlich wirkt.  Das Beispiel der Hutaree zeigt, daß es in anderen Ländern durchaus ein ernstes Problem werden könnte.

Der 14. April wird sicher interessant.

  1. NDM
    31. März 2010 um 16:47

    Ich denke einfach, dass die McCarthys nach dem kalten Krieg nach neuen Wegen suchten, ihre rethorischen Keulen zu schwingen, und dass es deshalb so einseitig gegen eine einzige Religion zugeht.

    Tatsächlich ist es so: Wirklich jede Religion kann sowohl friedlich als auch militant ausgelegt werden und als Grundlage für irgendwelche Ideologen dienen – es hängt ausschließlich von denjenigen Menschen ab, welche die religiösen Schriften interpretieren und die Textstellen gewichten, also die Deutung und konkretisierung vornehmen, und hieraus konkrete Handlungsoptionen ableiten. Wird Religion auf diese Weise fundamentalistisch gedeutet, ist sie immer auch gleichzeitig politische Agenda mit Macht- und Durchsetzungsanspruch – mit allen politischen Folgen, was auch Extremismus einschließt. Keine Religion ist davor gefeit. In D ist derartiges aber IMO ein Fall für die unterschiedlichen Sektenbeauftragten, und könnte auch Verbote solcher Gruppierungen zur Folge haben.

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