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Kybelines Kreuzzug

Wir sind größtenteils wieder da und fangen heute mal an mit einem Rückblick auf die letzten Tage in denen unsere Hausdemagogin natürlich nicht aufgehört hat ihre Propaganda zu speien.

Heute geht es um die Frage: Wem gehört das „Heilige Land“. Wir haben uns entschieden diesen Beitrag zu behandeln da er sicher in der Zukunft von Kybeline benutzt wird um allerlei Blödsinn zu rechtfertigen.
Der Teaser: DAS HEILIGE LAND GEHÖRT UNS!
Wer hätte das gedacht?
Es geht natürlich nicht um die aktuelle Palästinenser vs. Juden Frage. Nein, nein. Kübeline greifft 3500 Jahre zurück und liefert uns etwas was wie eine Erklärung wirken soll.


Wir fangen an:

Bereits vor 3,5 Jahrtausenden kämpften hier Ägypter gegen Assyrer um die Vorherschaft (Meggido, 1457 v. Chr.). Damals ging noch gar nicht um die Juden, denn es gab sie vielleicht noch gar nicht.. Damals wohnten hier die Kanaaniter, ein matriarchalisches Hirtenvolk.. Auch später hatten die Juden ständig mit Eroberer aus diesen Ländern beiden zu tun..

Ob diese doppelte Punktierung eine versteckte Botschaft ist?
Wie auch immer wir konkretisieren das mal ohne zu polarisieren mit einem Auszug aus WikiPedia um um die Basis des ganzen dilettantischen Kybeline Ergusses zu bilden:

Anfänge

In der Region sind seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. Stadtstaaten nachweisbar. Hier im fruchtbaren Halbmond trafen die Verkehrswege von drei Kontinenten aufeinander. Dadurch entwickelte sie sich zum Brennpunkt für religiöse und kulturelle Einflüsse aus Ägypten, Syrien, Mesopotamien und Kleinasien.

Ägyptische Vormacht

Durch die Einwanderung von Amoritern, Hethitern und Hurritern im 2. Jahrtausend v. Chr. sahen sich die Ägypter in ihrer Vormachtstellung bedroht und drängten diese Stämme zurück. Diese gingen schließlich im Volk der Kanaaniter auf.

Also: was zuerst ein wilder ungebundener Sieldungsraum diverser Völker war wurde zum ersten mal von den Ägyptern erobert und eingebunden. Die Region hieß damals Ratjenu.
Um Kybeliens weiteres Geschreibsel zu verstehen muss man wissen, daß sie versucht irgendwo eine Linie zu ziehen und zu sagen: „ab diesen Eroberern waren alle die danach kamen nicht legitim“. Nach dieser Logik müssten alle die nach den Ägyptern kamen diese illegitimen Eroberer aber nein. Kybeline zieht in diesem zweiten Absatz ganz andere Schlüsse:

Ob damals schon Europäer Anspruch auf diesen Flaschenhals stellten, ist kaum bekannt. Möglicherweise waren die Hyksos und/oder die Philister solche Völker.. Garantiert aber waren die Römer solche. Und die Römer blieben recht lange hier, so dass man eigentlich den Römern genau so einen historischen Anrecht auf das Heilige Land zubilligen kann.

Aha die Römer also.  Während die oben beschriebenen und auch von Kybeline aufgegriffenen Anfänge sich in einem Zeitrahmen vom 3. Jahrtausend bis zum 12 Jahrhundert vor Christus abspielten kamen die Römer 63 v.Chr

Aber um Logik geht es hier natürlich auch überhaupt nicht. Wie man schon sehen kann geht es hier nicht irgendwelche Taschen festzustellen. Es geht darum den europäischen Anspruch auf Palästina zu rechtfertigen.
in diesen Ton geht es dann auch weiter mit DEM Beweis. Watch this:

“The Crusader would have been quite justified in suspecting the Muslim even if the Muslim had merely been a new stranger; but as a matter of history he was already an old enemy. The critic of the Crusade talks as if it had sought out some inoffensive tribe or temple in the interior of Tibet, which was never discovered until it was invaded. They seem entirely to forget that long before the Crusaders had dreamed of riding to Jerusalem, the Muslims had almost ridden into Paris.”G.K Chesterton (1874-1936)

In der Tat wird hier auf ein Video verlinkt. Exakt dieses Zitat findet sich, wie jegliche islamophobe Polemik bei google und zeigt die Motivation der Autoren dahinter auf. Wir schauen mal wer der Autor war:

Nach seinem Tod wurde er von Papst Pius XI. mit dem Titel Defensor Fidei (Verteidiger des Glaubens) geehrt. Diese Ehrenbezeichnung wurde vormals dem englischen König Heinrich VIII. verliehen, als dieser mit Hilfe des Thomas Morus eine Schrift zu Verteidigung des katholischen Glaubens vorgelegt hatte. Chesterton hat in der Tat den katholischen Glauben in einer Vielzahl von teils polemischen Schriften verteidigt. Dieser umfangreiche Aspekt seines Wirkens ist in Deutschland weitgehend unbekannt geblieben, während Chesterton in der englischsprachigen Welt als bedeutender Apologet des römischen Christentums und der Rechtgläubigkeit (Orthodoxie) gilt. Er bezeichnete u. a. die Scheidung als eine Form des Aberglaubens.

Chesterton war auch nicht ein Archäologe oder gar Historiker. Er War Journalist und Autor mit einem eher zweifelhaften Ruf:

George Orwell accused Chesterton of being guilty of „endless tirades against Jews, which he thrust into stories and essays upon the flimsiest pretexts.“[21] In The New Jerusalem, Chesterton made it clear that he believed that there was a „Jewish Problem“ in Europe, in the sense that he believed that Jewish culture (not Jewish ethnicity) separated itself from the nationalities of Europe.[22]

Aber genug dazu. Weder Kybeline noch all die anderen google Ergebnisse zum obigen Zitat deuten darauf hin, daß auch nur einer der Personen mehr als das Zitat von Chasterton gelesen hat. Das hindert das Kübeltier natürlich nicht auf Grund dieses Zitats in Erregung zu geraten:

Deswegen gingen die Kreuzritter hin, um ihr Heiliges Land von den Ungläubigen Eroberern zu befreien. Und die Araber waren tatsächlich Eroberer, denn vor der Zeit Mohammeds hatte es keine arabische Siedlungen außerhalb des arabischen Halbinsels (heute Saudi Arabien und Jemen) gegeben.

Ok mit dieser Weisheit enden auch erstmal die Ausführungen Kybelines zum Thema Palästina.
Der Richtige Augenblick um noch einmal auf den Verlauf zu schauen.
Sie fing an mit den Ägyptern. Die wurden ausgeblendet zu Gunsten der Römer die ~1500 Jahre später kamen. Nun werden die Römer ausgeblendet zugunsten der Kreuzritter die im 11. Jahrhundert NACH Christus kamen.

Wir wollten nicht so ungenau sein und füllen die Lücke zwischen den Römern und den Kreuzrittern weiterhin mit dem Palästina Artikel von Wiki:

Die oströmische Herrschaft wurde durch die Besetzung der persischen Sassaniden (614-629) unterbrochen und endete endgültig, als muslimische Araber in Palästina einfielen und 638 Jerusalem eroberten.

Islamisierung

Im Jahr 638 wird Jerusalem von der Armee des zweiten Kalifen Umar ibn al-Chattab erobert. 691 errichten die Muslime auf dem Tempelberg den Felsendom. Von diesem Zeitpunkt an gab es neben einer jüdischen und einer christlichen auch eine muslimische Präsenz in Palästina.

Die muslimische Religion wurde der Bevölkerung jedoch nicht aufgezwungen. Es dauerte mehr als 100 Jahre, bis die Mehrheit der Bevölkerung zum Islam konvertiert war. […]

Palästina profitierte jedoch auch von den Errungenschaften der muslimischen Welt, als diese ihr goldenes Zeitalter der Wissenschaft, Kunst, Philosophie und Literatur erlebte. Erst unter den Mamluken brach die Weiterentwicklung Palästinas ab.

Alles klar? 638 kamen nach den Römern die Musel.
Gut dann kommen wir zurück zum Kübeltier welches wie schon gesagt vom Thema abgekommen ist und nun beginnt die Kreuzfahrer zu loben:

Europa stellte den berechtigen Anspruch und die Kreuzzüge die meiste Zeit ihrer Geschichte nicht in Frage. Noch im 19. Jahrhundert findet man monumentale Kunstwerke, die die Kreuzritter glorifizieren. Dies führte überhaupt dazu, dass Europa die kanonische Werte des Rittertums dermaßen entwickelt hatte. Wir beziehen uns heute noch auf die ethischen Werte des damaligen Rittertums. Das unterscheidet uns sehr von den anderen Kulturen. Vergleichbar zu den ethischen Werte des Rittertums sind vielleicht nur noch die Traditionen mancher ostasiatischen Ritter-Kulturen, wie z. B. die der Samurai.

Ja wir bedauern es wirklich, daß Kybeline, ob der unzähligen Gesichtsverluste nicht der alten Samurai Tradition des Seppuku gefolgt ist.  Aber so viel Anerkennung ist dann wohl auch für die alte Dummschwätzerin zu viel.


Was will uns diese Dogmatiekrin hier eigentlich verkaufen? Es geht darum religiöse Feldzüge, man könnte es auch den christlichen Jihad nennen,  zu rechtfertigen. Dieser Jihad war nämlich gut und Chesterton hat gesagt er war gerechtfertigt!

Erst im letzten Jahrhundert. hat die typisch christliche Schuld-Suche auch die Kreuzzüge erfasst. Und die meiste Kritik betraf eigentlich die Verwüstungen auf der Route, nicht im Heiligen Land. Aber das war zu der damaligen Zeit öfters der Fall, wenn ein großer Heer über das Land zog, dass man Verwüstungen hinterließ. Und ein anderer Kritikpunkt galt den Judenprogrome während der Kreuzzüge.

Jo mai. Das waren ja halt alles Bauern. Nicht so ritterlich und anständig wie unsere Jihadisten in Kruppstahl!
Gehen wir weiter in der Geschichte. Die Kreuzfahrer werden zurückgedrängt. Upps sie wurden natürlich aus ihren Ländereien vertrieben. Die Mameluken und Osmanen kamen. Bevor wir wieder zur dümmmlichen Polemik kommen ein paar Tatsachen:

Joseph Nasi, ein Berater des osmanischen Sultan Suleiman des Prächtigen setzte sich dafür ein, die Gegend um Tiberias ab 1561 mit europäischen Juden neu zu besiedeln; doch das Projekt gestaltete sich aus ökonomischen Gründen schwierig und scheiterte im Zuge der Türkenkriege vollständig. Am Anfang des 19. Jahrhunderts lebten zwischen 275.000 und 300.000 Menschen im Land. 90% von ihnen waren muslimische Araber, 7.000 bis 10.000 Juden und 20.000 bis 30.000 christliche Araber.

Stammt immer noch aus dem Wikiartikel den Kybeline sicher auch gelesen hat.  Diese Zahlen kommen daher zustande, daß die so ehrenvollen Kreuzzügler wie es sich zu dieser Zeit gehörte nicht mehr als Geldgierige Plünderer und Massenmörder waren. Wir zitieren den Kreuzzüge Artikel den Kybeline sicher auch gelesen hat da sie die Kritik kurz anschneidet bevor sie sie ignoriert:

Papst Urban II. hatte 1095 denn auch auf der Synode von Clermont zum ersten Kreuzzug aufgerufen, um die heiligen Stätten der Christenheit zu befreien. Allerdings war Jerusalem zum Zeitpunkt des „Kreuzzugaufrufs“ im Jahr 1095 vorübergehend im Besitz der Seldschuken (1071-1098), die christliche Pilger weitgehend ungestört gewähren ließen. Eine religiöse Begeisterung wurde in Westeuropa hervorgerufen, die teilweise erschreckende Züge annahm: So wurden im Rheinland mehrere jüdische Gemeinden von Christen regelrecht vernichtet[…]
Nach schweren Kämpfen, unter anderem bei der Einnahme Antiochias, endete dieser Kreuzzug mit der Eroberung Jerusalems im Juli 1099, bei der es zu blutigen Massakern an den verbliebenen Bewohnern kam – ungeachtet der Religionszugehörigkeit.[…]

Die Situation legte sich dann zur Zeit der 3. und 4. Kreuzzüge als die Europäer schon wieder am zurück fließen waren:

Die so genannten Kreuzfahrerstaaten erwiesen sich jedoch auf die Dauer dem moslemischen Druck nicht gewachsen: die meisten Adligen waren schon kurz nach dem Fall Jerusalems wieder abgereist; zurück blieb keineswegs nur die Elite. Einerseits waren die feudal organisierten Kreuzfahrerstaaten aufgrund der geringen katholisch-christlichen Bevölkerungsanzahl (wo die Mehrheit der Bevölkerung christlich war, war sie nicht katholisch, wie etwa in Syrien) auf Nachschub aus Europa angewiesen, was diesen Staaten einen gewissen „kolonialen“ Charakter verlieh. Andererseits kam es zu einem durchaus bemerkenswerten Wandel im Verhältnis zwischen Christen und Moslems: Fortan lebten sie meistens durchaus friedlich miteinander.

Wie jetzt? Friedlich? Pfui Pfui! Das alles oben hat das Kübeltier natürlich fachmännisch ausgeblendet. Wir wollen ja keine Fragen aufkommen lassen. Statt dessen kommt die Blenderin zur endgültigen Feststellung:

Nun, zurück zu unsere Anfangsfrage: Wer hat das Heilige Land befreit? Die Antwort hat jeder darauf gegeben: WIR. Die andere passende Frage wäre: Wer hat es erobert? Antwort: Die anderen.

Die Frage ist angesichts der krampfhaften Versuche der Ausblendung jetzt: wer sind wir? Wir Ägypter? Wer sind die anderen? Naja die anderen sind ja IMMER Moslems. Wer wir sind ist unbekannt. Sie hat oben versucht weit zurückzugreifen. Hat es aber dann doch verworfen zugunsten anderer die sie dann doch wieder verworfen hat. Am besten gefielen ihr die christlichen Jihadisten die geraubt und geplündert haben.
Welch Überraschung…

Um ihre Dummheit zum Ende hin noch einmal zu unterstreichen schiebt sie eine bisher unerwähnte Gruppe ein:

Nur dumme, geschichtsunkundige verräterische Europäer meinen, dass die Araber oder irgendwelche Palästinenser ein Recht auf dieses Land hätten. Sie haben es nicht mehr als die Juden, Europäer, die Römer, Türken oder eben die Philister – die ja keine Araber, sondern europäische Einwanderer waren.

Also die Philister kamen definitiv nach den Ägyptern wie es auch direkt am Anfang des dem von Kybeline verlinktem WikiPedia Artikels steht:

Die Siedlungstätigkeit im fruchtbaren Süden Palästinas stand zunächst unter der Schirmherrschaft Ägyptens. Die Küstenstädte Gaza, Askalon und Aschdod waren Ende des 12. Jahrhunderts v. Chr. noch ägyptische Zentren.

Damit endet auch dieser von Dummheit, Unkenntnis, Ausblendung und Propaganda geprägte Erguss Kybelines.
Er soll sicher wie einige der vorhergehenden langen Artikel später als Rechtfertigung dienen. Wahrscheinlich hat niemand der Stammleser den Artikel gänzlich gelesen oder wird ihn jemals lesen. Es sind nicht einmal die üblichen Schulterklopfer im Kommentarbereich  zu finden.

Der gesamte Artikel bzw. die Aussage „Palästina gehört den Europäern“ die uns Kybeline hier vermitteln will basiert einzig auf dem Zitat eines katholischen Propagandisten welches sich in der islamophoben Szene immer wieder findet und als Grundlage der christlich neokonservativen Motivation dient die mit der Aussage des ehemaligen US Diktators G.W.Bush „this crusade, this war on terrorism is going to take a while“ auf den Punkt gebracht wurde.

Wenn Sie also mal wieder über den Begriff des Kreuzzugs in der islamophoben Szene stolpern wissen Sie nun was wirklich gemeint und von Ihnen erwartet wird.
Dogmatische Verblödung gepaart mit einer großen Portion Ausblendung und Unkenntnis der Geschichte.

  1. 4. Januar 2010 um 12:02

    Wow, langer und gute Artikel. Muss ich noch ein zweites Mal lesen ;)
    Zuerstmal nachträglich noch ein Gutes Neues Jahr!

    Zwei Dinge: Das mit dem Seppuku find ich angemessen, in keiner Weise übertrieben :)

    Habe mir mal den Quelltext angekuckt. Link auf ihre Seite gehört mit dazu. Nur – vielleicht ein rel=nofollow dazu? LG

    • 4. Januar 2010 um 12:17

      Gutes Neues waelti.
      Auf welche Seite der Link?

      • 4. Januar 2010 um 14:09

        Euer ausgehender Link zu Kybeline.

        Wem gehört das „Heilige Land“

        Würde ich auf nofollow setzen ;)

        • 4. Januar 2010 um 14:45

          Ja da hast du recht.
          Werden mal den Praktikanten mal drauf ansetzen ;)

  1. 4. Januar 2010 um 12:05
  2. 4. Januar 2010 um 19:41
  3. 17. Januar 2010 um 20:44

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