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Sharia? Hia?

Ein weiteres Beispiel an Übertreibung, Panikmache und nicht erfassten Text liefert dieser kübelinsche Erguss.
Und darum geht es:

Unsere Illusionisten heucheln uns ja vor, daß die Scharia mit unserem Recht vereinbar sei wenn man die Auswüchse wie Handabhacken und Steinigung vor der Türe lasse, da die Scharia ja genauso wie der Islam vielfältig sei.

Die Beweise für diese Behauptung hat uns angeblich „GrundGesetzWatch“ zusammengetragen. Ein Link dazu fehlt. Da es jedoch wieder nur einer der PI-Jünger zu sein scheint können wir uns auch das Suchen nach der Quelle auch sparen. Das Kübel liefert uns ja die erschlagenden Beweise:

(Tagesspiegel) oder der aktuelle Artikel in den Stuttgarter Nachrichten, wo die Ausführungen des britischen Schariarichters nicht hinterfragt wird wie z.B. mit dem diskriminierenden Scharia-Erbrecht umgegangen wird in der Verhandlung.

Dann schauen wir doch mal rein in den Artikel der nicht hinterfragt.

Zur Vereidigung der Minister äußerte sich der designierte Integrationsbeauftragte, der FDP-Landtagsabgeordnete Georg Barfuß, positiv zur Anwendung islamischen Rechts. „Wo sich die Scharia mit dem Grundgesetz als kompatibel herausstellt, soll sie in Bayern erlaubt sein“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“

Beginnt der Artikel. Interessant nicht wahr? Es ist so gar nicht ein Grüner oder SPDler der sich hier diesen „Ausrutscher“ erlaubt.
Aber das ist ja nicht das Thema. Der Artikel behandelt die Zustände in Deutschland und Großbritannien und summiert diese mit dem Folgenden Absatz:

Zugleich machte der Rechtswissenschaftler deutlich, dass Scharia-Regeln nur so lange akzeptierbar seien, wie sie mit deutschem Recht vereinbar sind. „Nachteile für Frauen, wie sie im Sorgerecht oder im Erbrecht zur Scharia gehören, können wir nicht hinnehmen“, sagte er, Gewalt und Körperstrafen seien ohnedies nicht akzeptabel. „Aber ich kenne keinen Muslim in Deutschland, der dies fordert.“

Auch für Großbritannien gilt:

Die Argumente gegen eine islamische Justiz seien „überwältigend“, erklärte Großbritanniens Justizminister Jack Straw und gab als Direktive aus: „Die Ausübung der Scharia muss britischen Gesetzen unterworfen bleiben.“

So viel zum nicht hinterfragen. Weitere Beweise für ihre Defizite im Textverständnis bringt das Kübeltier im folgenden:

(Stuttgarter Nachrichten) Nachdem schon 2004 in Frankreich eine Frau gesteinigt wurde, (Ghofrane_Haddaoui) konnte aktuell eine spanische Muslima diesem Schicksal (Kurier) nur knapp entkommen, obwohl ihre Familie das Todesurteil gebilligt hatte.

Gut schauen wir mal was die Stuttgarter Nachrichten zur Hände abhackenden Sharia zu sagen haben:

Doch Scharia-Räte arbeiten ganz legal überall in Großbritannien und haben, so umstritten sie sind, wenig mit dem finsteren Stereotyp gemein.
[…]
Dass Mohammed Raza, Vorsitzender der britischen Scharia-Räte, hier im Londoner Westen hauptsächlich muslimische Frauen aus ihren Ehen „befreit“, wäre für sie die zweite große Überraschung. Die dritte ist der Imam selbst: ein moderater, höflicher Mann mit einem großen Wunsch: „Es wäre prima, wenn mein Job überflüssig werden würde“, sagt er, „wenn der Staat die religiöse Ehe der Frauen auflösen und ich den Rat schließen könnte.“
[…]
owan Williams, Erzbischof von Canterbury, hatte die Debatte um die Aufnahme von Elementen der Scharia in britisches Zivilrecht überhaupt erst ins Rollen und gleich zur Eskalation gebracht.
[…]
In der Tat sind viele der schätzungsweise 80 muslimischen – und jüdischen – Glaubensgerichte bereits seit Jahrzehnten im Dienst.

Soso es gibt auch jüdische Glaubensgerichte? Wer hätte das gedacht…naja vielleicht jemand der sich mal damit beschäftigt hat? Aber wir wissen ja. Kybelien beschäftigt sich nicht gerne mit dem was sie kritisiert.
Das hier geschilderte Prinzip klingt auch irgendwie bekannt…aber naja es geht ja um Musel da muss man ja andere Maßstäbe ansetzen.

Angestoßen hatte das ganze mal am Rande erwähnt,der Bischof von Canterbury. Ist der etwa auch schon ein Teil der weltweiten Muselverschwörung? Wir warten auf den Artikel dazu.
Aber auch hier wie in der gesamten islamophoben Szene liegen die Gründe offensichtlich in der Angst:

Die Furcht vor unkontrolliert wucherndem Fundamentalismus, möglicherweise etwa in einer „Schatten-Scharia“, ist seit dem Londoner U-Bahn-Anschlag von 2005 groß.

So weit von GrundgesetzWatch…
Nun flieht das Kübeltier wieder auf sicheres Terrain. Ein Terrain wo die Nachrichten für sie schon aufgearbeitet auf Musel zugeschnitten sind und man diese einfach nur copy&pasten muss. So kommen wir wenn es um die Briten geht automatisch zu den Hausrassisten der BNP…

Auch die BNP hatte darüber berichtet, wie weit das System der Scharia in Großbritannien inzwischen durchgesetzt wurde, wie sie jetzt als legale Organisation die inzwischen von der Last der Bürokratie gebeutelete englische Justizsystem ersetzt hat.

Drama! Der Beweis dafür ist dieser Artikel der BNP der schon mit der theatralischen Kolonisierung Englands durch die Muslime anfängt und von diesem Niveau gar nicht mehr runter kommt.
Wir haben mal gegoogled und das erste Ergebnis bestätigt was wir schon wussten. Angst und Schrecken in der islamophoben Szene haben mal wieder Blind und Blöd gemacht. Zitat BBC:

„We are proud of our diverse society and are committed to ensuring cohesive communities. Nothing in the law of England and Wales prevents people abiding by Sharia principles if they wish, provided their actions do not conflict with English and Welsh law.“

The ministry said these tribunals were not courts, but instead „a form of „alternative dispute resolution,“ and communities had „the option to use religious councils and to agree to abide by their decisions“.

Es ist natürlich auch nirgendwo davon die Rede, daß irgendwie englisches Recht aufgeweicht oder abgelöst werden soll wie die Dogmatiker predigen…

But the Ministry of Justice said that Sharia law „has no jurisdiction in England and Wales“.
A spokesperson said: „Regardless of religious belief we are all equal before the law“.

Der Rest von Kübels Artikel bezieht sich anscheinend auch auf ausländische vorgekaute Quellen. Zumindest das Nuevo Digital Blog ist uns schon durch das kopieren von Kübels Artikeln bekannt.

Was ist also übrig geblieben? Heiße Luft.
Nirgendwo wird geltendes Recht zu Gunsten der Sharia aufgelöst.
Nirgendwo wird infiltriert und kolonisiert.
Statt dessen lesen wir überall von Angst, Angst und noch mehr Angst.
Wie es sich für islamophobe halt gehört.

We’ll keep you updated.

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