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Archive for Mai 2009

Die Ostmusel Verschwörung

Ein neuer Tag, ein neuer Mist.

Eigentlich begann der Kybelineartikel über einen türkischen Ausweisfälscher ganz normal. Wie immer wenn die Islamophoben sich wieder eine Einzelmeldung raus greifen mal wieder viel heiße Luft um nichts.

Das muss auch der Autorin aufgefallen sein. Fix gab sie „Fälscher“ in google ein und erhielt eine weitere Nachricht.

Eigentlich geht es darin um eine Bande Osteuropäer die auf einer viel professionelleren Art und Weise Kreditkarten gefälscht haben.

Tja, das alleine wäre ja keine Nachricht für ein islamophobes Propagnadaportal wenn…ja wenn da nicht ein kleines Signalwörtchen wäre:

Mit diesen Duplikaten wurden hohe Bargeldbeträge an ausländischen Geldautomaten – hauptsächlich in Frankreich und Marokko – abgehoben.

Tja dann wars auch schon vorbei mit der Logik.

Da steht Marokko im Artikel! DAS können doch keine Osteuropäer sein wenn sie irgendwas in Marokko machen!

So ganz astreine „Osteuropäer“ dürften sie nicht sein, wenn sie aus Marokko das Geld abheben. Zumindeste denke ich bei „Osteuropäer“ an Russen, Rumänen, Polen, Bulgaren usw. Aber würden diese Marokko in ihren Pläne mit einbinden?

Es wäre lustig wenn es nicht traurig wäre.

Gibt es nichts zu berichten werden wild Nachrichten zusammen gekratzt um sie in einer schamlos dämlichen Art und Weise in Verschwörungstheorien zusammenzukratzen.

Was hat die erste Meldung mit der anderen zu tun? Eigentlich nichts.

Der Türke hat sich seinen Perso wahrscheinlich von einer anderen Osteuropäerbande auf dem Flohmarkt gekauft.

Die Osteuropäer waren professionelle Kreditkartenfälscher die ihre geklauten Kreditkarten in einem für sie sicherem Land in der Nähe leeren wollten.

Es gibt keine Verschwörung hier. Auch wenn es so riechen soll.

Die Musel kaufen uns auf!

Es gibt mal wieder frischen Blödsinn aus der Autowelt. Nicht, daß die Massenmedien uns nicht mit genug davon versorgen würden aber unsere Kybeline hat natürlich gaaanz andere Probleme mit der Kirese.

Wie wir ja wissen geht es unserer lokalen Autoindustrie nicht wirklich gut. Die BILD hetzt gegen mögliche Investoren (Fiat u.ä.) während die Arbeiter um ihre Arbeitsplätze fürchten.

Nicht unsere Kybeline. Nein Sie hat ein ganz anderes Problem:

Die Branche in Deutschland sei nicht nur für Investoren aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) sehr attraktiv, sagte der Wirtschaftsminister der VAE, Sultan Al Mansoori, am Samstag.

Das führt in der islamophoben Welt natürlich automatisch zu einer Verschwörungstheorie:

Hier werden die teure Benzinfresser produziert, die helfen, das Öl aus der Wüste den abendländischen Autofahrern aufzuzwingen. Deswegen ist es so wichtig für die Ölscheichs, in der deutschen Autoindustrie positioniert zu sein und darüber zu wachen, dass die deutschen Autobauer ja nicht auf die Idee kommen, Modelle mit Niedrigverbrauch auf den Markt zu bringen, wie die Asiaten.

Quelle

Natürlich käme es dem Phobiker nie in den Sinn, dass es wichtig wäre wenn irgendjemand in die marode deutsche Autoindustrie investiert um deutsche Arbeitsplätze zu sichern. Es kommt auch nicht in den Kopf des Verblendeten, dass wir uns in einer freien Marktwirtschaft befinden die eben Investitionen frei ermöglicht. Auch Moslems.

Am Rande: als vor wenigen Jahren die Autoindustrie (nicht nur in Deutschland) den Hybridtrend verpasst hatte kauften die Deutschen bereits Japaner in grossen Mengen. Das lag nicht hauptsächlich am Verbrauch. Ich habe meinen Toyota wegen dem Preis/Leistungsverhältnis gekauft. So viele Extras für so wenig Geld bekam man damals noch nicht in einem original „Kruppstahl Fahrzeug“.

Mu. Unask the Question

Es gehört zu den kunstvolleren Griffen der Propagandisten aus dem Nichts einen Hetzartikel zu generieren.

Das heutige Opfer ist Welt.de. Ja Sie lesen richtig.

Die gängigste Quelle für islamophobe Artikel wird selbst zum Zielobjekt und man kann hier wieder wunderbar beobachten wie selektive Wahrnehmung funktioniert.

Nur einmal kann man die Unterlegenheit der christlichen Gebärquote  einer anderen Religionskultur gegenüber ansprechen, ohne dass es politisch inkorrekt wirkt: In der Rivalität zwischen den palästinensischen Christinnen und den israelischen Jüdinnen:

Und wie hoch ist die Gebärquote der Mohammedanerinnen dort? Warum wird sie im Artikel verschwiegen?

Quelle

Im Artikel „Immer weniger Schäfchen im Heiligen Land“ geht es eigentlich darum, daß es immer weniger Christen in Israel gibt. Unter anderem wird dort auch die Geburtenrate der grössten Bevölkerungsgruppe, nämlich der Juden erwähnt.

Das Problem welches Kybeline hier aus der Nase des Artikels zieht ist: es steht nichts über die Geburtenrate der Moslems drin!

Eine Schande. Wo doch jeder islamophobe Gelehrte weiß, daß die größte Waffe der Muselverschwörung die hemmungslose Fortpflanzung ist!

Klar, daß da bei solch einer verblendeten Betrachtung der letzte Absatz des Artikels irgendwo unter den Tisch gefallen sein musste.

Überraschend gehören viele Christen zu entschiedenen Verfechtern einer arabisch-palästinensischen Identität. Ihr Einfluss in der arabischen Gemeinschaft ist groß: Die christlichen Privatschulen sind bei wohlhabenden muslimischen Familien sehr beliebt, regelmäßig präsentieren sie die landesweit besten Notendurchschnitte und liegen über den Ergebnissen der jüdischen Schulen. Arabische Christen sind Rechtsanwälte, haben hohe Positionen in arabischen Parteien oder in Menschenrechtsorganisationen. Das ist in Israel nicht anders als in den Palästinensergebieten. So stammte der inzwischen verstorbene Intellektuelle Edward Said ebenso aus einer christlichen Familie wie der Gründer der Terrororganisation Volksfront für die Befreiung Palästinas, George Habash.